Produktion
Die Produktion der Klemm und Bölkow Flugzeuge nach dem Krieg begann in den Räumen der Bölkow-Apparatebau GmbH Werk Nabern/Teck. Im Hintergrund von links nach rechts die Bahn des Werksflugplatzes.

Werksgelände der Bölkow-Apparatebau GmbH in Nabern/Teck von Osten (oben) und von Süden (unten) gesehen

Die Fertigung der Flugzeuge erfolgte noch weitgehend vollständig in traditioneller Handarbeit, da die Flugzeugkonstruktion im Wesentlichen aus Holz und Bespannung bestand. In Bildmitte sieht man bereits eine Vorrichtung zur Montage und dem Zusammenfügen der Rumpf-Halbschalen.

Montage der Klemm Kl107 im Werk Nabern
1960 war der Platzbedarf in Nabern so gross, dass in Laupheim am dortigen Flugplatz eine 5.000m² grosse Halle erworben wurde. Dort hatte Focke-Achgelis bis 1944 den weltweit ersten produktionsreifen Hubschrauber, den Fa 223 "Drache" gebaut, bis das Werk am 19.7.44 durch einen Luftangriff zerstört wurde.

Das zerstörte Werk der Firma Focke-Achgelis in Laupheim (Stadtarchiv Laupheim)
Im Januar 1961 wurde die Montage der Leichtflugzeuge in das neue Werk Laupheim verlegt. Der Standort des Werkes grenzt unmittelbar an das Gelände des heutigen Heeresflugplatzes Laupheim, etwa 3 km außerhalb der Stadt. Das stark vergrößerte Werk firmiert heute als Diehl Aircabin GmbH.

Bölkow-Apparatebau GmbH Werk Laupheim
Auch in Laupheim war die Fertigungsmethode noch weitgehend handwerklich geprägt. Die Platzverhältnisse lassen aber bereits eine serienmäßige Fertigung zu. Auch hier sieht man rechts unten im Bild die Vorrichtung zum Verleimen der Rumpf-Halbschalen nach dem von Klemm entwickelten Verfahren. Die Baugruppenmontage war im hinteren Teil der Halle angeordnet, so dass ein sinnvoller Fertigungsfluss möglich war.

Innenansicht Werk Laupheim mit Zellen der Bölkow 207
Die Montage und das Finish der Flugzeuge erforderten viel Handarbeit. Gut zu sehen ist die Verspachtelung der Rumpfspanten. Die weißen Teile (Türen, Übergangsverkleidung Fläche/Rumpf, Rückenkamm und Fahrwerksverkleidung) sind Formteile aus glasfaserverstärktem Kunststoff, der erstmals zum Einsatz kam. In der Bauausführung ist die ursprüngliche Version der Vergaservorwärmung zu sehen, die in der Serie später am Endschalldämpfer entnommen wurde. Die Bremssättel sind noch horizontal angeordnet mit Schlauchanschluss vorn. Dies wurde später so geändert, dass die Sättel leicht schräg liegen mit Ölzuführung von unten. Damit wurde das Entlüften der Bremsanlage erleichtert.

Endmontage der Bölkow 207 in Laupheim